Projekt: Bunker

Fachschaft - Projekte

 „Denkmal im Licht – Ein Klotz am Bau wird zum Erkenntnisobjekt“
Schulprojekt in Kooperation mit dem Ortskuratoriums der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Von-Kluck-Bunker (Schulparkplatz der Marienschule)

Am 11. November fand die zweite Veranstaltung im Rahmen des Schulprojektes  statt. Nachdem im Oktober bereits der Bunker von Innen besichtigt werden konnte und der Architekt Dr. Stefan Rethfelt den Schülerinnen einen umfassenen Einblick in die spannende Architektur und Geschichte der Bunker in der Stadt Münster geben hat, verfolgten die Schülerinnen nun mit großem Interesse die lebendigen Erzählungen von Marietta Kranefeld, der Tochter des Bunkerwartes des Von-Kluck-Bunkers. Es waren Erzählungen, die so in keinem Geschichtsbuch stehen. Das Gespräch hatte Sigrid Karliczek, die Ortskuratorin der DSD, organisiert.

Marietta Kranefelds Vater, Hermann Kranefeld, der damals ein Geschäft in der Hammer Straße betrieb, hatte ab der Fertigstellung des Bunkers Ende 1943 bis zum Kriegsende die verantwortungsvolle Funktion des Bunkerwartes inne. Er beaufsichtigte bei Luftalarm den Bunker, der 2.000 Plätze bot, oft aber auch überbelegt war. Er regelte die Benutzung und betreute und überwachte die Schutzsuchenden. Wie Marietta Kranefeld berichtete, ließ er trotz des strikten Verbotes auch die Schwestern der Klarissen und des Josefshauses sowie russische und französische Kriegsgefangene in den Bunker hinein.

Marietta Kranefeld, Jahrgang 1930,  schilderte eindrucksvoll die Atmosphäre im Bunker während der Vollalarme, die manchmal mehrmals am Tag stattfanden und stundenlang andauerten. Sie erlebte auch die Panik mit, als der Bunker am 5.10.1944 einen Bombentreffer bekam. Bereitwillig und offen beantwortete sie alle Fragen. Die Schülerinnen. Tanja Branse und Sulin Mired moderierten das Gespräch. Dadurch, dass Sulin Mired selbst erst vor 4 Jahren mit ihren Eltern vom Norden Syriens nach Münster gekommen ist und eigene Erfahrungen mit Krieg und Zerstörung hat, bekam das Gespräch einen Bezug zur heutigen Zeit.

Die Ergebnisse des Schulprojektes werden am 10. Februar 2017, um 17:00 Uhr vor Ort präsentiert.